WILLKOMMEN BEI GNOM, GRUPPE FÜR NEUE MUSIK BADEN



Samstag 15. September: JUBILÄUMSKONZERT 25 JAHRE GNOM


Am 17. Oktober 1993 fand im Historischen Museum das erste Konzert
der Konzertreihe GNOM statt. GNOM feiert am 15. September im Historischen
Museum sein 25-jähriges Jubiläum. GNOM konnte für diesen Festanlass das
Mondrian Ensemble gewinnen, das dieses Jahr den Schweizer Musikpreis erhält
und zwei Klassiker der zeitgenössischen Musik aufführen wird.

Black Angels

Samstag, 15. September 2018, Historisches Museum Baden, 20 Uhr
Historisches Museum, Wettingerstrasse 2, 5400 Baden

George Crumb (*1929): «Black Angels» for electric string quartet (1970)
Steve Reich (*1936): «Different trains» for string quatet ans tape (1988)

Mondrian Trio mit Daniel Meller, Violine

Thomas Peter, Klangregie
Eine Zusammenarbeit mit dem ICST Institute for Computer Music and Sound
Technology
der ZHdK, Zürcher Hochschule der Künste


Mondrian Ensemble: Ivana Pristašovà, Petra Ackermann, Karolina Öhman © Fuentes



«Black Angels» aus dem Jahre 1970 von George Crumb trägt den Untertitel
«Thirteen Images from the Dark Land». Das Werk wurde für elektronische
Instrumente komponiert, die eigens für diese Komposition konstruiert wurden. Das
Mondrian Trio mit Daniel Meller wird das Werk auf akustischen Instrumenten mit
elektronischer Verstärkung aufführen. Das Werk ist datiert mit «Friday the
Tirteenth, March 1970 (in tempore belli) » und ist eine Reflexion auf den Vietnam
Krieg. Crumb bezieht sich in dem Werk streng auf die Zahlensymbolik. Die
dreizehn Sätze drehen sich in Struktur und Instrumentierung um den zentralen
siebten Satz. Die Spieler des Streichquartetts bedienen auch verschiedene
Perkussionsinstrumente und Kristallgläser.

Die drei Sätze von «Different trains» für Streichquartett und Tonband aus dem
Jahre 1988 von Steve Reich lauten «America-Before the War (movement 1)»,
«Europe-During the War (movement 2)» und «After the War (movement 3)».
Als Kind war Reich häufig zwischen New York und Los Angeles im Zug
unterwegs, um seine Eltern, die sich getrennt hatten, zu sehen: „Ich begann mich
zu fragen“, so Steve Reich, „wann habe ich das gemacht? Und: Was war los in
dieser Zeit? Nun, das war 1939, 1940, 1941, und ich fragte mich, was mit den
kleinen jüdischen Jungen los war zu der Zeit, die so alt waren wie ich und in
Zügen aus Rotterdam oder Brüssel oder Budapest saßen und nach Polen
gebracht wurden und nie zurückkamen.“ Er selbst hätte als jüdischer Junge in
diesem Waggons sitzen können, hätte er in Europa gelebt. Auf dem Tonband sind
Aufnahmen von Steve Reichs Kindermädchen Viriginia, von einem ehemaligen
Pullmann-Schaffner, der die Strecke Los Angeles - New York unzählige Male
befahren hatte, und die Stimmen von drei Kindern, die den Holocaust überlebten
und nach Amerika gekommen waren. Schließlich verwendete Reich
Eisenbahngeräusche aus den 30er und 40er Jahren. So entstand ein Werk, das
wie kaum ein anderes Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts in Musik einbindet.